DIE GESCHICHTE VON BVLGARI



Die von dem talentierten griechischen Silberschmied Sotirio Bulgari 1884 in Rom gegründete Marke wurde schnell für italienische Exzellenz, erlesene Handwerkskunst und herrliche Schmuckkreationen bekannt. Über die Jahrzehnte entwickelten die Generationen der Bulgari Familie einen einzigartigen Stil aus leuchtenden Farbkombinationen, perfekt ausbalanciertem Volumen und unverkennbaren Motiven, die den römischen Wurzeln des Unternehmens Tribut zollen. Während die Marke ihr kulturelles Erbe stets in Ehren hielt, investierte sie gleichzeitig in regelumschreibende Innovationen und schuf neue Trends, die zu Ikonen des modernen Designs wurden.

VON SILBER ZU GOLD

Die exquisiten Silberornamente, die Sotirio Bulgari schmiedete, waren äußerst beliebt bei englischen Touristen, die auf der traditionellen Grand Tour nach Rom kamen und das Unternehmen florieren ließen. Neben dem ersten Geschäft in der Via Sistina wurden neue Boutiquen in der Via Condotti und weiteren Touristenzielen eröffnet. Als Sotirios Söhne Giorgio und Costantino mit ihm ins Geschäft einstiegen, begriffen sie, dass die Konzentration auf Luxusschmuck, gestützt auf das fruchtbare Erbe der Silberschmiedekunst, dem Familienunternehmen neue Wachstumschancen eröffnen konnte. Die frühen High-Jewellery-Kreationen der 1920er-Jahre aus Platin und Diamanten mit geometrischen und stilisierten Art-Déco-Motiven spiegeln noch das Design der traditionellen französischen Schule wider. Ab den 40er-Jahren kommt der einzigartige, italienische Bvlgari Stil zum Vorschein, der sonniges Gelbgold und die geschmeidigen Windungen der Serpenti Kreationen feiert.

Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 30er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016
Collier/Diadem-Kombination aus Platin mit Diamanten, 1935.
Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 30er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016
Halskette/Armband aus Platin mit Diamanten, 1938
Model mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 40er- und 50er-Jahren. Foto: © Stefano Galuzzi, 2015.
Armband aus Gold, 1942

Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 30er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016

Das Collier ist eine typische wandelbare Kreation aus den 1930er-Jahren und kann auf einer entsprechenden Fassung auch als Diadem getragen werden. Die Verwendung großer, runder Diamanten im Brillantschliff war ein Merkmal, das Bvlgari in jener Zeit von anderen Juwelieren abhob. In Kombination mit Diamanten im Baguetteschliff verliehen sie der Kreation einen besonders funkelnden Glanz und eine Pracht, die in den folgenden Jahrzehnten voll zur Entfaltung kommen sollte.

Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 30er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016

Ein beeindruckendes Beispiel einer wandelbaren Halskette aus den 1930er-Jahren. Die Kette konnte in kleinere Elemente geteilt werden, die mit entsprechenden Fassungen verschiedene Schmuckstücke bildeten: Die Seiten konnten als zwei Armbänder und zwei Kleiderspangen getragen werden, während sich der zentrale Anhänger auf einem Armreif befestigen ließ. .

Model mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 40er- und 50er-Jahren. Foto: © Stefano Galuzzi, 2015.

Die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen des Zweiten Weltkriegs bedeuteten eine sehr begrenzte Produktion von edelsteinbesetztem Schmuck und eine größere Konzentration auf das Design und auf weiche, von der Natur inspirierte Linien.

KÜHNE FARBEN UND EKLEKTISCHES FLAIR

Mitte der 50er-Jahre ging Bvlgari einen Schritt weiter und führte kühne Farbkombinationen aus bunten Edelsteinen ein. Der Cabochon, der an die Kuppeln des römischen Stadtbildes erinnert und die leuchtenden Farben der Edelsteine besonders herausstellt, wurde zum Markenzeichen der Maison. Die Blütezeit der Dolce Vita machte die Boutique in der Via Condotti zum beliebten Treffpunkt für Filmstars und Prominente und vergrößerte so den internationalen Ruhm der Marke. Auf dieser Erfolgswelle expandierte das Unternehmen in den 1970er-Jahren in andere europäische Länder und in die USA. Die Bvlgari Brüder der dritten Generation brachten neue, kreative Einflüsse und unbegrenzte Inspirationen von Fernost bis Pop-Art ins Unternehmen und trafen damit den Geschmack moderner, dynamischer Frauen. Die aus ihrer bahnbrechenden Vision geborene BVLGARI BVLGARI Uhr war ein unverkennbares Design-Statement und wurde sofort zum Klassiker.

Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 60er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016
Kette aus Gold mit Smaragd, Rubinen und Diamanten, 1969.
Halskette mit Amethysten, Diamanten und grüner Emaille, 1971
Sautoir aus Gold mit Korallen und Diamanten, 1971.
Sautoir aus Gold mit gelben und blauen Saphiren, Achat, Citrinen und Diamanten, 1972.
Sautoir aus Gold mit Rhodonit, Rubelliten, Saphiren und Diamanten, 1972.

Model Amanda Wellsh mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 60er-Jahren. Foto: © Gian Paolo Barbieri, 2016

Der abnehmbare achteckige Anhänger kann auch als Brosche getragen werden und betört mit einem 44,60 Karat schweren Smaragd im Cabochonschliff, der von Rubinen und Diamanten im Brillantschliff umrahmt wird. Die geometrische Form ist ein Markenzeichen von Bvlgaris Stil und wurde von den Baudenkmälern und Ornamenten der Ewigen Stadt inspiriert.

Das Sautoir besteht aus 24 Abschnitten in Form von stilisierten Elefanten, die Kopf an Schwanz aufgereiht eine dekorativ geordnete, symmetrische Linie bilden. An den Seiten jeder Figur werden zwei geometrisch geschliffene Amethyste von Zargen eingefasst, während die oberen Bereiche von grüner Emaille geschmückt werden. Am Sautoir hängt ein Anhänger in Elefantenform, der auch separat als Brosche getragen werden kann. Das Schmuckstück greift die für die 70er-Jahre typische Vorliebe für esoterische Anklänge und Träume von Weltflucht auf; in Mode und Design jenes Jahrzehnts fanden sich starke indische Einflüsse.

An dem Sautoir mit Kettengliedern aus Gold und Koralle hängt eine zentrale Korallenscheibe mit flammenartigen, unregelmäßig mit Diamanten besetzten Goldverzierungen. Die Betonung runder Formen ist ein Markenzeichen des Bvlgari Stils, der sich über die Jahrzehnte herauskristallisiert hat.

Die gefeilten, gewölbten Kettenglieder dieses Sautoirs werden immer wieder von ovalen Elementen unterbrochen, die abwechselnd mit Citrinen und Saphiren im Cabochonschliff besetzt sind. Der Anhänger besteht aus einem kissenförmigen gelben Saphir und vier Saphiren im Cabochonschliff, die von blauem Achat umrandet werden. Das Motiv elliptischer, konzentrischer Formen stand im Einklang mit den Op-Art-Spielereien der 1970er-Jahre und mit Bvlgaris Streben nach runden, harmonischen Formen.

Die Kette besitzt einen abnehmbaren Anhänger in Form einer stilisierten Blume mit vier Blütenblättern, der auch als Brosche getragen werden kann. Sautoirs mit langer Kette und prächtigen Anhängern passten perfekt zur „Maxi“-Mode der 1970er-Jahre, die von bunten Hosen im Pyjama-Stil und exotischen Kaftanen geprägt wurde.

MODULARER SCHMUCK UND UNKONVENTIONELLE MATERIALIEN

In den 80er und 90er Jahren setzte Bvlgari seine Innovationskraft fort und brachte unverkennbare, vielseitige Schmuckstücke auf den Markt, die zu jeder Tageszeit getragen werden konnten. Modularer Schmuck war die Antwort auf die Bedürfnisse jeder Frau: Ein einzelnes Element mit starkem Design war der Ausgangspunkt, der wiederholt und mit einer großen Bandbreite kostbarer Materialien – von Hämatit bis Koralle, von Edelstahl bis Diamant-Pavé – kombiniert wurde. Mit grenzenloser Kreativität wurden unkonventionelle Materialien in Schmuck und Uhren verarbeitet und erreichten neue Höhepunkte der Raffinesse: Edelstahl, Porzellan, Seide und Holz erweiterten die Grenzen des Luxusschmucks und ließen Kreationen entstehen, die optisch wie haptisch bezaubern und sich tragen wie eine zweite Haut.

Model wearing a selection of Bvlgari creations from the 90s. Photo: © Stefano Galuzzi, 2015.
  Chandra Halskette aus Gold mit Porzellan, Rubelliten und Peridoten , 1994
Chandra Ringe aus Gold mit Porzellan und Amethyst/Citrin, 90er-Jahre.
Melone Abendtasche aus Gold mit Saphiren und Diamanten, 1976
Melone Abendtasche aus Gold mit Saphiren und Diamanten, 1976
Collier aus Gold mit Saphiren, Rubinen, Diamanten und Seidenschnur, 1980

Model mit einer Auswahl von Bvlgari Kreationen aus den 90er-Jahren. Foto: © Stefano Galuzzi, 2015.

Mit der Chandra Kollektion ging Bvlgari bei den Materialexperimenten noch einen Schritt weiter und setzte leuchtend glattes Porzellan ein. Es bot neben den typischen, von der Marke so geschätzten runden Formen auch eine sehr angenehme Haptik. Darüber hinaus erzeugen die Porzellanperlen ein schönes Geräusch, das diese Kreationen noch amüsanter, unkonventioneller und verspielter macht.

Der gewölbte Ring aus weißem Porzellan ist mit einem stilisierten Blättermotiv verziert und mit einem zentralen Amethyst- oder Citrin-Cabochon besetzt.

Model mit einer Auswahl an Bvlgari Kreationen aus den 70er- und 80er-Jahren. Foto: © Stefano Galuzzi, 2015.

Die runde Form der Tasche griff die typischen runden Volumen von Bvlgari Schmuck auf, und auch die weichen Konturen sowie die Steine im Cabochonschliff entsprachen ganz dem Stil der Marke. Eine Besonderheit der Tasche war, dass sie sich dank der Scharniere in zwei Hälften öffnen ließ und mit einem Spiegel, einem Kamm und Fächern mit Deckel ausgestattet war. Die Tasche hing an mit Quasten verzierten Seidenkordeln, die in einer Reihe von Farben erhältlich waren und je nach Anlass ausgewechselt werden konnten.

In den 1980er-Jahren war Bvlgari der erste Juwelier, der Seidenkordeln mit Edelsteinen kombinierte. Die Kordel konnte passend zum Outfit ausgewechselt werden und führte so ein sehr modernes Prêt-à-porter-Konzept in die Welt der High Jewellery ein. Dies war nur eines von Bvlgaris Experimenten mit verschiedenen Materialien auf der Suche nach Schmuck, der den ganzen Tag über – zu formellen und informellen Anlässen – getragen werden konnte.

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